27. Januar 2010
Versicherungsbedingungen versteht keiner. Oftmals hat man nach dem ersten Lesen ein schlechtes Gewissen, versucht es noch einmal und der Sinn ist einfach nicht eingängig. Dann beginnt man an seiner eigenen Intelligenz zu zweifeln und liest ein drittes Mal. Ohne Erfolg. Dann legt man die Versicherungsbedingungen an die Seite und denkt, es wird schon alles in Ordnung gehen und unterschreibt unwissend. Diesen Umstand hat jetzt die Universität Braunschweig zum Anlass genommen und unter der Leitung eines Sprachwissenschaftlers Hochschulabsolventen mit zwei Passagen aus Versicherungsbedingungen konfrontiert. Im ersten Text ging es um die Definition von Schwerstpflegebedürftigkeit und im zweiten Text um nicht versicherte Leistungen einer privaten Krankenversicherung. Die Akademiker benötigten mehr als eine halbe Stunde, um fünf Sätze zu lesen. Verstanden hatten sie sie trotzdem nicht. Einen Alternativtext des Sprachwissenschaftlers gleichen Inhalts verstanden sie hingegen problemlos. Es stellt sich die Fraget, ob diese Hieroglyphisierung seitens der Versicherungen mutwillig und systematisch geschieht.
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